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Ausschreibung: Diplomarbeitsthemen

Folgende Themen werden mit Mai 2020 am FoB Städtebau ausgeschrieben. Die Bearbeitung kann in dt. oder engl. Erfolgen

  • Das gründerzeitliche Souterrain/Tiefparterre – 19th Century Souterrain/Basement
  • Stadtparterre, Paris – Urban Parterre, Paris
  • Stadtparterre, Graz – Urban Parterre, Graz

Hintergrund:

Seit einigen Jahren bereits stellt die Wiener Stadtparterre-Krise einen zentralen Schwerpunkt in der (lokalen) Stadtforschung dar, der nicht zuletzt auch die Stadtverwaltung selbst intensiv beschäftigt. Fließender und ruhender Verkehr machen den öffentlichen Raum zu einem für Stadtbewohner*innen unattraktiven Ort. Im Zusammenhang damit nimmt die Leerstandsquote im Erdgeschoß nach wie vor zu, sodass infolge noch mehr städtischer Raum in (Indoor)Stellplätze umgewandelt wird. So scheint das eigentliche urbane Leben sich immer weiter vom Stadtparterre zu entfernen.

Da die tatsächliche Situation um das Zusammenspiel von öffentlichem Raum und Bebauung derzeit nicht erhoben wird – dazu fehlt es an geeigneten Instrumenten – scheint die Stadtverwaltung über keine (wirklich effiziente) Handhabe für die Lenkung dieser Transformation zu verfügen. Konkrete Zahlen liegen weder zum Leerstand, noch zu privaten Erdgeschoßgaragen, Selfstorages oder anderen Unternutzungsformen vor.

In einer ersten Annäherung muss es also darum gehen das Potential des Stadtparterres zu untersuchen, es zu skizzieren und abzubilden. Eine gründliche Analyse der historischen Entwicklung erweist sich hier als besonders zielführend um die komplexen mikroanalytischen Zusammenhänge zu erforschen.

Zu diesem Themenfeld sind in den vergangenen Jahren bereits mehrere Arbeiten entstanden, siehe z.B.:

Berlin: http://repositum.tuwien.ac.at/obvutwhs/download/pdf/3764317?originalFilename=true
Prag: https://repositum.tuwien.ac.at/obvutwhs/download/pdf/3581560?originalFilename=true

Budapest: https://repositum.tuwien.ac.at/obvutwhs/download/pdf/4547000?originalFilename=true

 

Forschungsfeld:

Transformationen urbaner Räume // Stadtentwicklung des 19. u. beginnenden 20. Jhdts.

 

Aufgabe / Arbeitsplan / Zeitplan:

Es geht darum die Fakten hinsichtlich baulicher Struktur und Nutzungsstruktur zum jeweiligen Forschungsfeld zu erheben und anhand ausgewählter Areale (welche in Absprache mit der Betreuerin zu definieren sind) zu erforschen. Ein analytischer Entwurf ist fakultativ möglich.

 

Konkrete Fragestellungen:

Wie funktioniert das Stadtparterre bzw. das Souterrain? Welche Dimensionierungen/Proportionen finden wir vor? Welche gesetzlichen Vorgaben (Bauordnung, StVO, …) nehmen Einfluss auf die Nutzung? Wie haben sich die bauliche Struktur und die Nutzungsstruktur über die Zeit verändert?

 

Qualifikationen:

Die Befähigung zur wissenschaftlich korrekten Arbeitsweise wird über die Vorlage einer theoretischen Seminararbeit oder einer analytischen Entwurfsarbeit festgestellt.
Für das Forschungsfeld „Paris“ wird darüber hinaus die Sprachkompetenz „Französisch in Wort und Schrift“ und die Bereitschaft zu einem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt vorausgesetzt.

 

Kontakt/Betreuung: Angelika Psenner; FoB Städtebau angelika.psenner@tuwien.ac.at


Buchneuerscheinung: Wasser Stadt Wien

Wasser Stadt Wien – Eine Umweltgeschichte
Zentrum für Umweltgeschichte (Hrsg.)

Zu viel Wasser, zu wenig Wasser, schmutziges Wasser, unzugängliches Wasser, Wasser am „falschen“ Ort oder im „falschen“ Aggregatzustand – all diese Probleme haben die Menschen in der Vergangenheit dazu motiviert, in die Wasserlandschaft in und um Wien einzugreifen. Immer wenn sie das taten, bauten sie mit an der „Wasserstadt“ – oftmals selbst dann, wenn sie räumlich weit entfernt oder mit ganz anderen Absichten tätig wurden. Sie veränderten dabei die städtischen Beziehungen zur natürlichen wie menschlich überformten Umwelt.

„Wasser Stadt Wien – Eine Umweltgeschichte“ folgt dem gemeinsamen Wandel der Stadt Wien und ihrer Gewässer seit der frühen Neuzeit. Das Buch ist eine Reise durch Zeiten und Räume – eine Reise, die bis in das Römische Vindobona, zum Schwarzen Meer und an die Nordsee führt. Zahlreiche Illustrationen mit historischen Karten und Ansichten, GIS-Rekonstruktionen der Wiener Landschaften und aktuellen Fotos bereichern den anspruchsvoll gestalteten Band.

Autorinnen und Autoren:
Gertrud Haidvogl, Friedrich Hauer, Severin Hohensinner, Erich Raith, Martin Schmid, Christoph Sonnlechner, Christina Spitzbart-Glasl, Verena Winiwarter

Verleger:
Institute für Hydrobiologie und Gewässermanagement (IHG) und für Soziale Ökologie (SEC) der Universität für Bodenkultur Wien sowie Forschungsbereich Städtebau der Technischen Universität Wien

Förderer:
Stadt Wien (MA 45 – Wiener Gewässer, MA 31 – Wiener Wasser), Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT)

Printausgabe: 496 Seiten, Ganzleinenband mit Lesebändchen

Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-900932-67-1
Buchpreis: 39,- €

Zitiervorschlag:
Zentrum für Umweltgeschichte, Hrsg. (2019): Wasser Stadt Wien – Eine Umweltgeschichte. Universität für Bodenkultur Wien, Technische Universität Wien, Wien, 496 S.

Bezugsmöglichkeit Printausgabe:

  • MA45 – Onlinebestellung und Informationen über Bezugsstellen:
    https://www.wien.gv.at/umwelt/gewaesser/buch-wasser-stadt-wien.html
  • Technisches Museum Wien, 14., Mariahilfer Straße 212
  • Verein für Geschichte der Stadt Wien, Wr. Stadt- u. Landesarchiv, Wien 11, Gasometer D (U3 Station Gasometer, Zugang über Gasometer A), 5. Archivgeschoß, Zi. 505; 9.00 – 15.00

Bezugsmöglichkeit digitale Ausgabe: Ein PDF des Buchs steht hier ab Jänner 2020 zum kostenfreien Download bereit.


1. Preis LandschaftsArchitekturPreis für Studierende

Die TU Wien Studentinnen Clara Kessler und Sophie Schaffer haben gemeinsam mit BOKU-Studentin Deborah Sailer den LAP – LandschaftsArchitekturPreis für Studierende 2019 gewonnen. Der Preis wird von der ÖGLA – Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur ausgelobt und ist mit 1.400 Euro dotiert.

Eingereicht wurde das Projekt „Ruinen in der Stadtlandschaft Palermos“, das aus einer Entwurfsarbeit hervorging, die im Rahmen des (Bachelor) Entwerfen Palermo am Forschungsbereich Städtebau entstand.

Das Projekt entwickelte sich aus der persönlichen Faszination für die vielen Ruinen in der Altstadt von Palermo und der darauffolgenden Auseinandersetzung mit deren räumlichen Potentialen, möglichen Transformationen und Neu-Programmierungen. Es wird ein Netz von neuen Mikro-Freiräumen über die Stadt gelegt, denen je nach baulichem Zustand, Zugänglichkeit und städtebaulicher Situierung der Ruinen Szenarien zugeteilt werden: City Oasis, School of Life, Urban Farm, Forgotten Places, Fun Palace oder Dissolving Reality.


WIR TRAUERN

Die TU Wien trauert um Univ. Prof. i.R. Dipl.-Arch. Christoph Luchsinger, der kurz nach seiner Pensionierung, am 6. November 2019, verstorben ist.

 

 

 

 

 

 

Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer mussten wir erfahren, dass Christoph Luchsinger nach kurzer schwerer Erkrankung unerwartet verstorben ist.

In Christoph Luchsinger (1954–2019) vereinten sich auf einzigartige Weise architektonisches Schaffen und städtebauliches Denken, eingebettet in einen kulturell weltoffenen und visionären Horizont. Er war uns als ein analytisch scharfer, kritischer und eigenständiger Kollege freundschaftlich verbunden. Wir verlieren mit ihm einen unserer profiliertesten und engagiertesten Kollegen, der mit seiner Bescheidenheit und seinem Humor immer in unserer Erinnerung bleiben wird.

Nach seinem Studium an der ETH Zürich war Christoph Luchsinger als Redakteur der Fachzeitschrift Werk, Bauen + Wohnen, als Dozent an der ZHAW in Winterthur sowie in seinem Architekturbüro in Luzern mit seinem Büropartner Max Bosshard tätig. Sie gehörten zu den ersten, die im deutschsprachigen Raum das Phänomen der Ausdehnung der Siedlungsgebiete in die Landschaft thematisierten. 2009 wurde Christoph Luchsinger als Professor für Städtebau und Entwerfen an die Technische Universität Wien berufen und gründete mit seiner Übersiedlung auch eine Niederlassung seines Architekturbüros in Wien.

Christoph Luchsinger hat sich in den zehn Jahren seiner Tätigkeit in Wien in die Gestaltung der von ihm geliebten Stadt ebenso intensiv eingebracht wie in die Gestaltung der Lehre und Forschung an der TU Wien. Er leitete viele Jahre das Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen und konnte ein umfassendes internationales akademisches Netzwerk mit Schwerpunkt auf Süd- und Osteuropa aufbauen, er gestaltete das Hochhauskonzept der Stadt Wien, wirkte am Stadtentwicklungsplan 2025 mit und war viele Jahre im Bauausschuss der Stadt Zürich tätig.

Christoph Luchsinger wurde jäh aus der forschungsgeleiteten Lehre gerissen, in der er mit Studierenden an Fragen zum Stadtentwicklungsplan 2035 arbeiten wollte. Christoph Luchsinger war Vorsitzender der Camillo-Sitte-Gesellschaft, Träger des Silbernen Ehrenzeichens der Stadt Wien und Prof.hc. an der National University of Kharkiv.

Er beherrschte die hohe Kunst der Lösungsorientierung. Mal war es die leise Sprache, zurückhaltend, sensibel und vermittelnd. Mal auch der direkte Ton, fordernd und klar in der Ansage. Er brachte sich in die Gremienarbeit an der Fakultät ein und wirkte maßgeblich an deren Weiterentwicklung mit: als Vorsitzender der Studienkommission Architektur und Building Science, als Mitglied des Fakultätsrates und als Vorsitzender der ProfessorInnenkurie.

Mit dem Tod von Christoph Luchsinger haben wir einen Freund, einen Kollegen und einen außergewöhnlichen Menschen und die Fakultät einen engagierten und einen ihrer angesehensten Kollegen verloren, der sich mit großer Leidenschaft und klarer Sprache für seine Disziplin, für die Entwicklung seines Teams und für die Weiterentwicklung der Fakultät für Architektur und Raumplanung eingesetzt hat.

 

Das Städtebau-Team und die Fakultät für Architektur und Planung


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