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Wiener Fragmente | Studio Städtebau

Studio Städtebau 18/19

Das Studio Städtebau 2018/19 untersucht wiederum – wie in den vergangenen vier Jahren – spezifische Situationen in Wien und deren Potenzial für eine urbane Weiterentwicklung. In dieser Lehrveranstaltung werden „Konfrontationen“ in den Mittelpunkt gestellt, also schroffe Übergänge sozialräumlicher, städtebaulich-architektonischer und freiräumlicher Strukturen. Solche Gegensätzlichkeiten oder Kollisionen im städtebaulichen Gefüge hat Aldo Rossi positiv als „città per parti“ kategorisiert, das heißt, die Gegensätzlichkeit der städtischen Einzelteile und deren Aufeinandertreffen oder Zusammenstoßen ist ein wesentliches Moment urbaner Aufladung und urbaner Qualität.

Mehr denn je ist Gegensätzlichkeit heutzutage eine causa prima städtebaulicher Anstrengungen. Ist es Aufgabe der städtebaulichen Disziplin, soziopolitische Auseinandersetzungen mittels räumlicher und funktionaler Zuordnungen aufzufangen? Oder ist Städtebau lediglich Ausdruck – oder Abdruck – der herrschenden Zivilisation? Vor dem Hintergrund solcher Fragenkomplexe haben sich eine Menge von Paralleldisziplinen im Bereich der Stadtentwicklung herausgebildet, von der Raumsoziologie über die Mobilitätsanalysen bis hin zum Urban Farming, um nur einige Reizworte anzuführen.

Wir sind der Meinung, dass erstens und ganz einfach ein Blick auf die Wirklichkeit, nämlich wie ein bestimmter Ausschnitt der Stadt funktioniert, so viele Informationen liefert, dass man damit problemlos innovativ arbeiten kann (weil es etwas zu tun gibt). Zweitens denken wir, dass es weniger darum geht, neuartige Eigensinnigkeiten in den Stadtzusammenhang hineinzubringen, sondern vielmehr an dem, was ist, weiterzuarbeiten. Das ist in verschiedenen Situationen, die wir in diesem Studio Städtebau bearbeiten, unterschiedlich disponiert. Manchmal findet man etablierte Strukturen vor, manchmal Brachen, manchmal offene Felder, Stadterweiterungsgebiete. Bei aller Unterschiedlichkeit geht es unserer Ansicht nach dann – drittens – darum, den Geist der Situation aufzusaugen und in ein städtebauliches Konzept umzusetzen.

Das Studio Städtebau kombiniert Lesen und Entwerfen. Dazu haben wir die Figur des Labyrinths herbeigebracht, als Metapher für die Pendelbewegung zwischen Schauen, Untersuchen, Überlegen, Skizzieren, Verwerfen, Analysieren, Vertiefen, Generieren, Konturieren, Zeichnen, Definieren, Planen, Formen, Festlegen. Dieser Prozess des Hin und Her macht den Kern des Entwerfens aus, er ist aufwendig, mühsam und – wunderbar, wunderschön.

Ziele der LVA sind:

  • Schulung und Sensibilisierung von Wahrnehmung und Analyse von (Entwurfs-)Orten, Entwickeln einer eigenen ganzheitlichen Sichtweise auf die Stadt.
  • Fähigkeit zur Erarbeitung und Darstellung städtebaulicher wie freiraumplanerischer Analysen.
  • Anwenden von angemessenen Interpretationsschemata und Übersetzung in räumliche Entwürfe
  • Entwicklung zukunftsfähiger Stadtstrukturen und die dazugehörigen Grün- und Freiräume(räumliche Interpretationen und Eingriffe, strukturelle Programmierung, ökologische Einbindung).

Die erarbeiteten räumliche Konzepte und Entwürfe sind das wichtigste Ergebnis der gekoppelten Lehrveranstaltung und sollten auf der analytischen Arbeit aufbauen, diese reflektieren, hinterfragen und darauf reagieren.


Anmeldung via TISS-Gruppenanmeldung: 27.9., 10:00 – 4.10.2018, 19:00

Falls Sie sich nicht zu einer Gruppe anmelden können, OBWOHL SIE DIE VORRAUSSETZUNGEN ERFÜLLEN, wenden Sie sich bitte ans Dekanat (christine.karrer@tuwien.ac.at und christian.kuehn@tuwien.ac.at).

Bei sonstigen Fragen zur Anmeldung bitte Mail an:

Rasmus Exo und Magdalena Steininger


Lehrveranstaltungen im TISS
260.110 | Städtebau
260.114 | Studio Städtebau
261.084 | Grundlagen der Landschaftsarchitektur


Downloads/Links
Publikation – Ansicht / Druck

Geodatenviewer der Stadt Wien
MZK, Baukörper- und Geländemodell (DGM) der Stadt Wien als Opensource

Fachbereich Städtebau
Fachbereich Landschaftsplanung und Gartenkunst